„It’s still the same on the radio“

Kennt Ihr das auch? Ihr sitzt im Auto und wollt einfach nur Musik hören, die Fahrt im Auto einfach nur durch gute Musik genießen? Ja, das ist ein schönes Gefühl, wenn man das richtige Lied gefunden hat und dieses dann auch eine Weile hörbar ist.

Nur irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Leute vom Radio und  mein persönlicher Amor unter einer Decke stecken. Immer dann, wenn ich mich so schön eingesungen habe und ich genau weiß, dass das Lied noch gar nicht zu Ende sein kann (ich kenne jede Songzeile sag‘ ich Euch, und ich weiß, welche folgen muss), dann kommt Werbung, der Verkehrsfunk, irgend so ein bescheuertes Radiogewinnspiel oder ich habe plötzlich aus heiterem Himmel keinen Empfang mehr.

Ich könnt da jedesmal das Kotzen kriegen, denn Musik ist mein Leben, ich singe lauthals mit und man könnte sogar vermuten, dass ich manchmal auch meine Hüften im Takt bewege, sprich: Ich tanze – ohne Steps – ohne Partner. Haben die Leute vom Radio nichts Besseres zu tun, als harmlose Menschen wie Dich und mich zu ärgern und zu quälen?

Das ist doch Folter!!! In der einen Sekunde – noch nichts ahnend – fahre ich durch die Straßen, singe, freue mich (auf die Arbeit) und genieße die Zeit im Auto und was machen diese Vollpfosten? Nun ja, sie stören!!! Woraufhin ich dann natürlich einen neuen Sender mit einem anderen passenden Lied suchen muss. Na toll! Das kann ja mal wieder daueren!!!

Das blöde an solch einer Schikane ist ja nicht das Suchen – nein, es ist schlicht und ergreifend einfach nur die Tatsache, dass ich mir als Zuhörerin verarscht vorkomme.

Ein analoges Phänomen lässt sich bei mir auch in zwischenmenschlichen Beziehungen erkennen.

Ich die Liebe genießend, nichts ahnend und freudestrahlend – mit diesem seltendämlichen Grinsen – schlendere so durchs Leben respektive durch die Straßen und freue mich, dass ich mich verliebt habe und glaube, dass sich auch das Objekt meiner Begierde in mich verliebt hat (Laternen nehmt Euch in Acht, ich komme) und schwupps kommt Sendepause – Funkstille- einfach nichts.

Und genau wie beim Radio, ist Senden und Funken ja das Wichtigste, um die Zuhörer bei der Stange zu halten.

Ich denke dann immer: Eben war bei Dir doch noch alles in Ordnung, eindeutige Signale, eindeutiger Empfang – alles gut. Warum plötzlich dieser Sinnenswandel? Und warum immer bei mir? Macht es manchen Menschen einfach Spaß, mich anzulocken und dann wieder fortzuschicken? Kurze Kostprobe und dann ab zum nächsten Schauplatz.

Das ist ja auch der Sinn an Werbung. Nur zu blöd, dass ich da nicht von alleine drauf komme. Aber ich will keine Werbung für das Produkt, ich will das Produkt selbst.

Oder finden manche Männer einfach nicht the words to say what they really feel?

Oder denken sie sich: never play the game respektive the song too long?

But some things never change und daran werde ich mich gewöhnen müssen.

Aber vielleicht sollte ich doch wieder besser meinen USB-Stick ins Autoradio stecken und einfach drauf losfahren und die Fahrt in der Sonne genießen.

Warum ich das nicht mache? Wollt Ihr es wirklich wissen? Ihr werdet mich für bekloppt erklären. Na ja, irgendwie hat diese Sendersuche ja auch Reiz, vielleicht werde ich ja auch von einem bislang unentdeckten oder einen schon längst in Vergessenheit geratenen Song überrascht. Wenn ich genau wüsste, welcher Titel als nächstes kommt, würde ich mich sehr schnell langweilen – ehrlich.

Und vielleicht ist es genauso bei der Suche nach der besseren Hälfte. Die spannende Suche, nach dem, was passieren kann? Was wird er heute zu mir sagen? Was wird er tun? Vielleicht einen Schritt vor? (Nur keinen wieder zurück, bitte!) Wie wird er heute aussehen? Hat er wieder diesen unglaublich tollen schwarzen Rollkragenpullover mit dem grauen Jacket an?

Die Vorfreude ist doch die schönste Freude, sind wir doch mal ehrlich. Aber noch schöner ist es, wenn wir nichts ahnend überrascht werden.

Love always comes as a surprise – what a sche*ß – oder auch nicht.

2 thoughts on “„It’s still the same on the radio“

  1. Sehr schöner Vergleich! Das war mir noch nie so bewusst gewesen, aber du scheinst wirklich recht zu haben.🙂 Ich bin gerade sehr fasziniert davon, dass ich das Gefühl habe, du hättest hier mal eben mein ganzes Leben zusammengefasst und so ein bisschen erklärt…..🙂

  2. Freut mich🙂 Die Liebe ist schon eine Mystik für sich. Aber vielleicht gilt es einfach nur: Fallen lassen, nicht nachdenken und einfach machen. Viel Glück beim Abi und herzlichen Glückwunsch zur letzten Mathestunde.

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