The beautiful loser always alone on her homeward bound

Immer dann, wenn ich mich verliebe, habe ich das Gefühl, dass die Beziehung mit demjenigen nicht perfekt sein kann, nicht so wie eine andere Beziehung ist, halt in kein bestehendes Schema passt. Entweder ist er zu alt, zu jung, in einer Clique, in der ich nicht hinein passe oder ähnliches.

Dann frage ich mich, ob Liebe einem bereits vorhandenen Beziehungsmuster entsprechen muss oder ob durch Liebe erst ein neues Beziehungsmuster entsteht und sich erst eine Beziehung entwickelt. Oder muss alles nach irgendeinem „Schema F“ ablaufen? Müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit man überhaupt als Paar innerhalb der Gesellschaft anerkannt wird?

Trotz aller Verliebtheit habe ich immer Angst davor, dass es am Ende doch nicht passen würde. Irgendwie verkrampfe ich immer, zwängel dann doch, dass alles perfekt, unfehlbar und optimal sein muss. Und anstatt mich der Liebe hinzugeben und mich fallen zu lassen, bleibe ich auf halber Strecke stehen.

Der englische Begriff für „sich verlieben“ trifft den Nagel auf den Kopf „falling in love“ oder wie Tom Petty singt „Free fallin‘ (in love)“. Das ist das, was mir fehlt, mich fallen lassen, egal, was kommt, unverkrampft ohne Angst zu versagen oder mir weh zu tun, fallen lassen können. Vielleicht falle ich ja weich oder ich singe  „I believe, I can fly“, weil ich nicht auf dem Boden gelandet bin, sondern schwebe vor Glück???

Dennoch, die Angst mich fallen zulassen, etwas zu riskieren, ohne die Sicherheit zu haben, aufgefangen zu werden, blockiert mich.

Was habe ich zu verlieren? Wie schlimm kann der Schmerz, am Ende doch nicht geliebt zu werden, denn schon sein?

Als ich letztes Jahr noch in einer Beziehung war, flog ich nicht. Irgendwie habe ich es aber vermisst, dann wiederum war ich froh, dass ich nicht flog, weil ich die Sicherheit und die Beständigkeit mehr schätzte als die Schmetterlinge im Bauch und den Reiz des Ungewissen.

Jetzt habe ich wieder diesen Reiz, aber mir fehlt die Sicherheit. Beides zusammen geht wahrscheinlich auch gar nicht.

Wenn ich heute darüber nachdenke, dass ich mit demjenigen, in den ich jetzt verliebt bin, eine Beziehung führen werde, überkommt mich ein bisschen die Angst. Die Angst davor, meine Unabhängigkeit zu verlieren, zu schweben ohne Halt, Höhen und Tiefen auszuhalten, trotz Gebundenheit irgendwie doch noch frei zu sein.

Aber ist diese Angst davor, in einer Beziehung zu versagen, nicht auch eine generelle Angst vor dem Leben?

Immer wenn ich ihn sehe, er sich freut, ich mich freue, dann kommt mir nach dem Freuen immer wieder der Gedanke auf, ob ich wirklich einem Menschen so nah sein kann, dass ich mich nicht so allein fühle.

Damit meine ich nicht das Alleinsein, sondern das innere Alleinsein. Habe ich dann wirklich einen Partner, der mich versteht, der mir innerlich nah ist? Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich immer allein bin, auf mich alleine gestellt bin und andere zumindest einen haben, zu dem sie gehören, die alles miteinander teilen, zwar zwei getrennte Personen sind, aber dennoch eins. Ich habe stets das Gefühl, ein Fremder für den Anderen, den ich gern habe, zu sein.

Was bedeutet es eigentlich, ein Paar zu sein? Heißt das, dass man alles, jede Meinung miteinander teilen muss? Oder darf man auch verschieden sein, wenn man ein Paar ist?

Vom Kopf her ist mir das ziemlich klar, dass Liebe gegenseitige Entwicklung bedeutet, voneinander und miteinander zu lernen. Wenn ich mein Gefühl frage, sagt es mir auch: „Lass Dich fallen! Liebe bedeutet auch, mutig zu sein, gegen den Strom zu schwimmen und auch mal allein mit sich zu sein.“ Doch dann fehlt mir der Mut und ich resigniere.

Sozusagen „an Schönheit gestorben“ und ewig allein auf meinem Heimweg. Ich sehne mich so danach, einen festen Platz im Leben zu haben, zu einem Menschen zu gehören, angekommen zu sein und einmal Rast zu machen. Bisher war ich immer nur auf der Suche nach dem passenden Job, den passenden Partner und der passenden Wohnung.

Und was habe ich bekommen? Wieder eine Ausbilung, bei der ich noch Anlaufschwierigkeiten habe. Nicht weil ich zu doof bin, sondern weil ich mich selbst mit meinen Ansprüchen und Zweifeln blockiere. Dann blockiere ich mich noch bei der Partnerwahl, indem ich dort auch meine Zweifel die Oberhand gebe und nicht mutig bin. Und zu guter letzt bin ich wieder übergangsweise in einer chaotischen WG gelandet. Ich habe Angst, mich auf meinem Homeward Bound zu verlaufen und der beautiful loser aller bisher dagewesenen Leben zu sein. Immer der Exot zu sein und das Gefühl zu haben, stets allein zu sein, zu keiner Gruppe zu gehören, immer auf sich allein gestellt zu sein und keinen echten Fürsprecher zu haben.

6 thoughts on “The beautiful loser always alone on her homeward bound

  1. Stell die Liebe vom Kopf auf die Füße, will heißen, denk nicht so viel darüber nach, liebe und werde geliebt, der Rest kommt von selbst

  2. Du denkst zuviel nach. Solange Du soviel denkst wirst Du Dich nie fallen lassen können. Entweder schaffst Du es den Kopf auszuschalten (was schwer werden dürfte, wenn er bisher immer an war) oder Du findest Dich damit ab, dass Du nie ein Bauchmensch wirst. Dann brauchst Du auch nicht mehr dem Fallenlassen hinterher laufen, sondern kannst Dich damit arrangieren.

    • Ich will mich ja fallen lassen und wenn’s klappt, merke ich häufig, dass es weh tut. Ständig der Kopfmensch zu sein, ist für mich anstrengend. Vielleicht ist der Wunsch nach Fallenlassen bei mir auch der Wunsch nach einfach mal ohne negative Konsequenzen so sein zu dürfen, wie man im Hier und Jetzt gerade ist.

      • Dann solltest Du mit kleinen Projekten anfangen zu lernen, den Kopf auszuschalten. Ist mir auch so einmal empfohlen worden. Bin bis jetzt nicht sehr erfolgreich. Aber seit ich weiß was mein Problem ist, macht es mir viel weniger aus.

      • Ich habe eine Ahnung woher das kommt… Früher war ich total der Bauchmensch und wollte den „Bauchimpulsen“ folgen…Dann kamen Einwände, Angsteinredungen meiner älteren Verwandten:Tanten, Geschwister, Cousinen…und nun ist die Auslebung dieser Impulse blockiert…

      • Das ist doch cool. Dann kann Dein Bauch ja Entscheidungen treffen. Du musst ihn nur wieder ermutigen. Ich kann mich nicht erinnern, dass das bei mir jemals so war. Aber ich habe auch schon schlimmere Kopfmenschen als mich getroffen. Es ist alles relativ.

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