Sweet surrender on the road to nowhere

Heute ist wieder so ein Tag, an dem die Zweifel mich einholen.

Bilde ich mir alles nur ein oder ist da wirklich „etwas“ wie Liebe zwischen uns???

Er war heute seit zwei Wochen wieder in der Firma, ich sah ihn nur kurz, aber irgendwie ergab sich kein Treffen, kein kurzes Hallo.

Ich habe Angst, mit meinen tiefen Gefühlen alleine dazu stehen, mich auf der Straße ins Nichts zu verlaufen, einem Trug hinterherzueilen, der nichts als Illusion ist.

Aber ich habe ihn so vermisst. Ich hätte ihm am liebsten gesagt: „I miss you like crazy.“

Dennoch will ich nicht klammern, weil ich weiß, dass es unnötig ist.

Oder sollte ich vielleicht doch aufgeben? Ein sweet surrender werden? Interessanterweise bedeutet to surrender im Englischen sowohl aufgeben als auch hingeben.

Wahrscheinlich ist das Loslassen von bestimmten Mustern, Erwartungen und Idealen genau das, was uns hingebungsvoll lieben lässt. Aber mein Heart is tired and full of doubt.

Doch was sagt die Liebe? Würde sie Phil Collins zitieren?

You can’t hurry love, you just have to wait.

Ja, man ist gezwungen zu warten. Selbst kann man nichts tun, außer sich dem Spiel des Gebens und Nehmens hinzugeben und Vertrauen in die guten Zeiten haben egal, wie lange es dauert. Phil Collins ehemaliger Band-Partner, Peter Gabriel, würde darauf wahrscheinlich die Songzeile erwidern:“Don’t give up! ‚Cause somewhere is a place where we belong.“

Vertrauen haben, doch irgendwann egal, von wem geliebt zu werden. Nichts erzwingen. Alles kann, nichts muss.

Das wird wahrscheinlich die Voraussetzung für bedingungslose Liebe sein.

Aber ich bin so ungehalten, ungeduldig. Die Zeit des Vermissens, der räumlichen Distanz hat in mir Erwartungen und Hoffnungen auf ein schönes Wiedersehen geschürrt.

Doch Liebe lässt sich nicht erwarten, sie ist da oder eben nicht. Und ist die Liebe nicht am schönsten, wenn sie überraschend vor einem steht- genau dann, wenn man sie nicht erwartet?

Man kann doch nur auf etwas warten, das nicht da ist. Wenn die Liebe aber bereits da ist, muss man auf sie nicht mehr warten. Sie ist einfach da, manchmal sieht, spürt oder fühlt man sie und manchmal zweifelt man, ob sie noch da ist oder ob sie einen bereits verlassen hat.

Wieder andere meinen, sie müssten auf sie nicht warten, weil sie denken, die Liebe sei schon da, sie meinen sie spürten, fühlten oder sähen sie. Aber das Einzige, das sie fühlen, spüren oder sehen ist den Wunsch, die Illusion und die Sehnsucht nach der Liebe.

Aber einsehen, dass es nicht die Liebe ist, würden sie niemals tun, es wäre zu schmerzhaft, sich einzugestehen, dass sie nur einem Trugbild nachgehen, zu schmerzhaft, weil sie meinen, sich einen Fehler eingestehen zu müssen.

Nur wie kann man Liebe wirklich erkennen und annehmen?

Wie häufig habe ich schon gedacht:“Das ist der Mann meiner Träume, den ich für immer und ewig lieben will.“?

So kurz kann eine Ewigkeit sein. Wenn ich diese Männer heute sehe, denke ich immer: „Oh Gott, oh Gott, welcher Teufel hat dich denn da geritten?“ – Na, hätte er mal besser, dann wäre mir so eine Geschmacksverkalkung vielleicht erspart geblieben.

Aber zu dem Zeitpunkt, zu dem ich in diese Männer verliebt war, waren sie das Nonplusulra, das ulimative Objekt der Begierde, mit dem kein Anderer mithalten konnte. Sie waren das Idol für mich, etwas mit dem ich nie hätte aufzuwarten gewagt. Meistens dachte ich immer, dass diese Männer zu „toll“ wären für mich. Heute denke ich:“Gott sei Dank, dass das nichts geworden ist. Der sieht doch gar nicht so toll aus und ist überhaupt nicht dein Typ. Warum eigentlich die ganze Aufregung?“

Alles hat seine Zeit: Lieben hat seine Zeit, Hassen hat seine Zeit und Hormone werden auch wieder abgebaut.

Warum also die ganze Aufregung wegen der Liebe? Sie kommt aus dem Nichts, sie geht ins Nichts, was verliert man, wenn man sie doch nicht bekommt? Was bedeutet sie für mich alles oder nichts? – Alles für ein verletztes Herz und eine einsame Seele.

2 thoughts on “Sweet surrender on the road to nowhere

  1. Ich schreibe einen ganzen blog über deine Gedanken und Fragen in diesem post🙂 in the middle of nowhere. Und doch ist mir nicht schwindelig, fühle ich mich nicht im Kreis drehend, weil immer ein Stück mehr sich selbst erkennen und wahrnehmen bleibt und wie bedingungslose Zuneigung sich anfühlt… okay, Verletzungen inklusive.

    • 😉 Verletzungen gehören leider dazu. In irgendeinem Evangelium – vielleicht sogar apokryph – sagt Jesus: “ Ich bin nicht gekommen, die Welt zu heilen, sondern zu bringen Feuer und Schwert.“ Es geht im Leben nicht um die Harmonie, sondern um das Aushalten der Gegensätze und Dissonanzen, das Unvereinbare zuzulassen und kreativ/gestalterisch auszuleben. Und auf diesem Weg erkennt man sich selbst, Stück für Stück immer mehr, wie Du schon schreibst.😉 LG Schwarzeelster

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