If you could read my mind killing me softly

Also verliebt zu sein, in jemanden, dem man täglich begegnen kann, ist schon eine feine Sache. Ich arbeite – träume – arbeite – träume – sehe ihn – fühl mich gut.

Nur was mache ich mit den Menschen, – inklusive ihm – die vielleicht meine Gedanken lesen und erraten?

Als damals ein Gerücht an meiner Arbeit herum ging und meine Freundin mich ansprach, hatte ich schon eine Heidenangst, jemand hätte meine Gefühle bemerkt.

Mir wurde in dem kleinen Raum fast Schwarz vor Augen, mir zitterten die Knie und ich wäre beinahe vor Schreck und Scham zu Boden gefallen. Als sie mir dann das tatsächliche Gerücht erzählte, fiel mir ein ganzer Stein vom Herzen, weil alles erstunken und erlogen war und ich jederzeit das Gegenteil beweisen konnte.

Da war das zwar harte, aber falsche Gerücht für mich das kleinere Übel.

Ich muss dazu sagen, dass Gefühle zeigen – also öffentlich, nicht geschützt im Blog – nicht gerade zu meinen Stärken gehört. Das heißt, mir wäre es äußerst peinlich, wenn Außenstehende ob meiner Gefühle Bescheid wüssten.

Vorletzte Nacht träumte ich davon, mit ihm im Schwimmbecken zu sein und ich hatte Angst, wie die Anderen vom 3m Turm zu springen, selbst das 1m Brett bereitete mir Angst. Dafür war ich zu gern im Wasser und genoss das stille, ruhige und wohlige Beisammensein. Im Traumdeutungsbuch erfuhr ich, dass das Schwimmbecken Symbol für kontrollierte Gefühle ist.

Ist doch klar, was der Traum zu bedeuten hat: Ich träume zwar von der bedingungslosen, hingebungsvollen Liebe (vgl. Wasser), aber bin nicht bereit, Risiken dafür einzugehen, aus mir herauszukommen und Gefahr zu laufen, verletzt zu werden (Becken).

Wasser ist – physikalisch wie symbolisch –  bi-polar. Es hat eine positive als auch eine negative Seite. Das Wasser trägt, führt uns von einem Ufer zum anderen, macht uns Freude, reinigt uns und stillt unseren Durst. Dennoch gibt es Menschen, die durch den reißenden Strom getötet werden und ertrinken. Für Kleinkinder ist selbst eine Pfütze tödlich. Im Wasser können lebensbedrohliche Bakterien wie Legionellen sein, an denen der Dürstende sterben kann. Das bedeutet, wenn man Leitungswasser trinkt, geht man ja auch ein Risiko ein. Im Ozean gibt es noch weitere gefährliche Tiere wie Haie, die dem Menschen zum Verhängnis werden lassen.

Wasser kann verschmutzt sein, so dass das Waschen bzw. Säubern unmöglich ist. Und destilliertes Wasser, das nicht mehr bi-polar ist, also keine zwei Seiten mehr hat, ist für den Menschen tödlich.

Als Kind durfte ich früher in der Grundschule wegen meiner Ohren häufig nicht am Schwimmunterricht teilnehmen. Meine Ohren durften nicht den Gefahren – Bakterien, die für andere unschädlich waren- ausgesetzt werden. Ich habe es halt immer gelernt, Gefahren und Widerständen aus dem Weg zu gehen, vermeintlichen Risiken bewusst aus dem Wege und immer auf Nummer sicher zu gehen.

Leider hat sich der sichere Weg als Sackgasse herausgestellt und ich stehe vor einem Dilemma:

Entweder ich entscheide mich risikobewusst und radikal für die bedingungslose Liebe, mit allem Zick und Zack, mit allen Ängsten vorm Verletztwerden und Untergehen für die Hingabe oder ich gehe den sicheren, einfachen, langweiligen, trostlosen und lieblosen Weg.

Dann kann ich nur sagen: Killing me softly, sofern Du Dich zwischen qualvollem und friedlichem Tod für mich noch entscheiden kannst. Wenn ich mal wieder fallen sollte, bitte lass mich weich fallen, so dass ich wieder aufstehen kann. Entweder ich stürze mich in die Fluten der Liebe oder ich sterbe am destillierten Wasser. Leben ohne Risiko geht halt nicht.

No risk – no fun,

bis dann

Eure Schwarzeelster

3 thoughts on “If you could read my mind killing me softly

  1. Hallo,
    ich weiß gar nicht, ob es wirklich so gut ist, wenn man sich in eine Person verliebt, der man täglich begegnen kann. Es macht das Aufeinanderzugehen viel schwerer und wenn es im schlimmsten Fall schief läuft, dann ist es schwer, sich aus dem Weg zu gehen.
    Ganz allgemein finde ich es aber besser, offensiv auf sein Ziel und seine Liebe zuzugehen, solange es nicht überstürzt ist und ohne ein Zeichen von der anderen Person geschieht.
    Viele Grüße,
    Ben

    • Ja, vielleicht hast Du Recht. Vorallem weil man immer unter dem Druck der „Öffentlichkeit“ steht. Wie bei so vielen Dingen gibt es nicht das Optimum. Ich genieße momentan die Vorzüge. Lg

      • Das habe ich selbst erst vor einiger Zeit erfahren dürfen… sie wusste, dass ich auf sie stehe und ich wusste, dass sie auf mich steht, aber zusätzlich wusste es auch jede ihrer Freundinnen..und es macht einfach keinen Spaß, wenn man bei jeder Begegnung beäugt wird. Mittlerweile ist es in Vergessenheit geraten und plötzlich ist es so viel leichter, aufeinander zu zugehen… (also so interpretiere ich gerade den Druck der „Öffentlichkeit“)

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