Everlasting love? – Oder: Everybody hurts?

Leben – Lieben – Gemeinsamkeiten – Philosophische Gedankengänge während der Arbeitszeit

Menschen treffen sich, erkennen sich gegenseitig, ihre Gemeinsamkeiten, entscheiden sich füreinander. Im Wort entscheiden steckt das Wort scheiden, dessen Wurzeln in das Mittelhochdeutsche reichen. Die Bedeutung des Wortes hat mit trennen, abscheiden zu tun. Man kann sich nur für einen Weg, eine Person o.Ä. entscheiden, wenn man andere Wege beiseite legt und außer Acht lässt.

Haben sich zwei Menschen füreinander entschieden, gehen sie ein Stück ihres Lebens miteinander, erleben schöne Dinge, traurige Dinge, erleben frohe Stunden und verbringen Zeit – Lebenszeit – miteinander.

Aber was ist die Liebe, wenn sie trotz (anfänglicher) Verbundenheit nicht ewig hält, wenn sich die beiden, einst liebenden Menschen, neu verlieben mit einer ähnlich tiefen Verbundenheit?

Welche Aussage oder Bedeutung hat dann noch die Liebe? Gibt es beständige Liebe oder ist diese nur eine Illusion. Haben R.E.M. doch Recht, wenn sie singen: Everybody hurts….sometimes?

Ich jedenfalls habe es satt, zu leiden. Früher gingen meine kühnsten Liebesträume nie in Erfüllung und das durften sie auch nicht, denn dann hätte ich keinen Grund zum Leiden gehabt.

Und heute? – Naja, heute gehen meine Träume auch nicht so in Erfüllung, wie ich es mir wünsche, aber ich leide nicht mehr. Leiden wird der schönsten Sache der Welt nicht gerecht. Liebe, wie ich sie momentan empfinde, ist viel zu schade, als dass ich sie zerreden könnte, viel zu schade, um nur über sie zu sülzen.

Das ist auch der Grund dafür, warum ich schnulzige Kosenamen, schnulzige Liebesgedichte oder triefende Liebesfilme sowie Liebesromane hasse wie die Pest. Liebe sollte man meines Erachtens leben. In der Zeit, in der ich große Worte über die Liebe mache, aber nicht liebevoll oder der Liebe angemessen handle, werde ich ihr nicht gerecht, das mit Nichtlieben gleichzusetzen ist.

Mit der Liebe umgehen, wie mit Aufgaben, die man einfacher verwalten als abarbeiten kann, ist für mich kein adäquater Weg.

Aber warum lieben wir Menschen überhaupt? Brauchen wir die Liebe nur als eine Art Krückstock, den wir brauchen, die scheinbare Sinnlosigkeit des Lebens zu ertragen, als eine Art Opium fürs Volk?

Was bleibt denn am Ende unseres Lebens? War alles, was wir getan haben, umsonst? Sind all unsere Ambitionen, etwas in diesem Leben kreativ gestaltet zu haben, nur eine hedonistische Befriedigung für den Moment – den Augenblick?

Aber was hat in diesem Leben wirklich einen Mehrwert? Vielleicht nur der Augenblick, das Hier und Jetzt – zeitlos?

Ich sehe die Sache so wie das Malen eines Bildes: Man fängt zunächst planlos an, ein Bild zu malen, ohne genau zu wissen, wie es am Ende aussehen soll – oder vielleicht hat man diese auch doch?

Auf jeden Fall beginnt man und malt oder zeichnet das, was einem als Erstes in den Kopf kommt, findet seine Anfänge gut oder auch nicht. Wichtig ist nur zu beachten, dass man Gezeichnetes nicht revidieren, sondern nur gestalterisch zu einem stimmigen Ganzen ergänzen kann.

Plötzlich beginnt man andere Formen zu zeichnen, der Ausdruck beginnt sich zu wandeln, aber das Neue harmoniert mit dem Alten, ergänzt es, macht es zu einem stimmigen Ganzen, auch wenn man befürchtet, dass das Alte durch die neuen Formen zerstört.

Angst, etwas Neues anzufangen, ist normal, weil das Beständige aufgegeben werden muss/soll/kann, aber vielleicht harmoniert das Alte mit dem Neuen ganz gut, nur ist diese Harmonie für den Gestalter in diesem Moment noch nicht erkennbar, da Ängste – verständlicher Weise – überwiegen.

Leben ist genau wie die Kunst – Genese, eine Generierung, Genesung, ein Heilwerden – Ganzheit und Stimmigkeit am eigenen Leib erfahren und mit anderen Menschen aktiv zu teilen.

So ist jedes Leben am Ende wie ein fertig gezeichnetes Bild: individuell, anders, als geplant (meistens), spannend und so schön oder attraktiv, wie wir selbst waren.

Da ich eine zeichnerische Niete bin, erlebe ich diese Dinge nicht beim Zeichnen oder Malen, sondern beim Schreiben. Ich habe eine Idee von einem Text, eine Intention und Satzmuster. Beim aktiven Aufschreiben der Zeilen, fange ich an, kreativ zu modifizieren, baue Sätze um, füge neue Wörter ein oder ersetze sie.

Dabei wird das „Alte“, die alte Idee, die alte Intention nicht zerstört, sondern optimiert und das Ganze, der Text, der Essay (essayer frz. für versuchen), das Gewobene (textus) zu dem, was mich als Mensch in diesem einen Moment ausmacht, jede Veränderung  bzw. jede Fassung des Textes in ein anderer Zeitpunkt auf meiner Lebensachse.

P.S. Mein Chef wird mir hoffentlich verzeihen, dass ich die Zeilen der ersten Fassung während der Arbeitszeit schrieb, aber ich hatte Angst, sie zu vergessen. Ein paar Zeilen wurden modifiziert, weil das Leben der Fluss ist und kein See, der steht. Außerdem verspüre ich tiefe Verbundenheit zu Solitary man, seine Kinder erwecken Neugierde  bei mir und sein Leben inter – essiert mich.

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