She works hard for the money

Einen Tag kurz vor der Wahl musste ich feststellen, dass die Linkspartei einen entscheidenden Denkfehler hat: Nicht jeder, der vom Sozialen Netz aufgefangen wird, benimmt sich auch sozial. Bestes Beispiel: meine WG-Bewohnerinnen. Alle Drei kratzen so ziemlich am Existenzminimum und ich bin die Einzige, die sich um alles kümmert, Dinge besorgt und die Anderen auffängt. Das habe ich auch immer gerne gemacht, weil ich sozial eingestellt bin, in einer großen Familie, in der man Rücksicht aufeinander nehmen musste, groß geworden bin und gelernt habe, dass Teilen Spaß macht und alle davon profitieren.

Nur jetzt nimmt’s überhand. Jeder meint in der WG, er könne den Backofen hinterlassen, wie er wollte – nämlich total eingefettet, seinen Aufwasch einfach tagelang stehen lassen, Schüsseln befüllt im Kühlschrank stehen lassen, obwohl andere die ja auch mal brauchen könnten, den Tisch nicht wieder abräumen, etc.

Es gibt wirklich Menschen, die den kleinen Finger gereicht bekommen und dann die ganze Hand nehmen, anstatt dankbar zu sein und sich freuen, dass man ihnen hilft und dementsprechend ihren Beitrag leisten.

Ich glaube, dass dieser Wunsch der Gegenseitigkeit leider eine Utopie ist. Viele Menschen denken vielleicht so und würden auch ihren Beitrag leisten, aber andere hingegen beuten genauso aus wie die Großen.

In einer sozialen Wohngruppe, Lebensgemeinschaft oder anderen Formen des Miteinanders müsste man eigentlich (und ich weiß, dass ich mich jetzt in die Nesseln setze) auch prüfen, ob Menschen soziale Kompetenzen haben und ob sie einen Beitrag zum Miteinander leisten können.

Ich weiß nicht, ich bin total enttäuscht, wie wenig sich Menschen ins Miteinander einbinden lassen, obwohl sie Vorteile dadurch hätten.

Nicht, dass Ihr mich falsch versteht, ich bin für Sozialleistungen für Menschen, die ohne nicht leben können – keine Frage, aber jeder Mensch hat in der Regel Talente, Begabungen und Fähigkeiten, die der Gemeinschaft zunutze sein können und die kann/sollte er doch auch mit einbringen und sich nicht bedienen lassen.

An der Arbeit mache ich momentan Überstunden für Lau, weil mein Projekt fertig werden muss. Das Finanzamt lässt sich mittlerweile VIER Monate Zeit, meine Erklärung zu bearbeiten. Die Partei, die beim Finanzamt mal Akkord- oder Rekordarbeit einführt, die wähle ich morgen, dann sind wir nämlich einen Teil der Finanzbeamten mal los – Leistungsgerechte Bezahlung – oder der Schläferteil muss bei der Agentur für Arbeit aufstocken oder dort die Toiletten putzen, um auf den Mindestsatz zu kommen – das wär’s doch mal.

Aber das bleibt wohl ein Märchen – stattdessen muss mein Auto auf die Reparatur wohl noch warten, bis das Finanzamt ausgeschlafen hat oder der Kaffee alle ist.

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