Wie Spanier aus der Furcht Liebe machen…

Ich habe heute einen Film auf Arte +7 gesehen, bei dem ging es um einen Ermittler, der sich in seine Vorgesetzte verliebt hat. Der Fall, der im Vordergrund steht, ist sehr prekär und die beiden arbeiten mit einer Akribie an ihm, die bemerkenswert ist. Nachdem der Fall abgeschlossen erscheint, verlässt er die Stadt ohne sie. Nach 25 Jahren will er ein Buch schreiben, um seine Liebe zum Ausdruck zu bringen, aber er leidet an einer Schreibblockade. Er fährt zu ihr und gesteht seine Liebe. Für mich scheint es so, als würde der Film in drei Zeitebenen ablaufen:

1. Mordermittlungen vor 25 Jahren

2. Ermittler geht nach 25 zu seiner „Liebe“

3. Darstellung der Schreibblockade und Überwindung seiner Angst

Das, was ich so bemerkenswert fand, war, dass der Protagonist, durch das Einfügen eines Vokals, nämlich „A“, den Satz „Ich fürchte mich.“ in den Satz „Ich liebe Dich.“  verwandelt hat.

Der Film spielt in Argentinien, wo man Spanisch spricht. Dort heißt „Ich fürchte mich.“ „Temo“. Wenn man nun zwischen dem „E“ und dem „M“ ein „A“ einfügt, wird daraus „Te amo“, was soviel heißt, wie „Ich liebe dich.“. Toll, oder?

Der Film hieß übrigens „In ihren Augen“.

So einfach wird aus der Furcht vor der Liebe die Hingabe zur selbigen. Wenn es nur gefühlsmäßig so einfach wäre wie syntaktisch, dann wäre die Liebe viel einfacher. Aber Liebe ist nicht nur Hingabe, sondern auch eine Herausforderung.

CIMG0028Liebe und Furcht gehören vielleicht zusammen – und beide können voneinander profitieren.

Genau, wie ein Nichtschwimmer Furcht (vor Unbekanntem) vor dem offenen Gewässer hat, so spürt er vielleicht eine Sehnsucht danach in diesem frei zu schwimmen und ohne Angst von einem Ufer zum anderen zu schwimmen. Das Leben ist voller Gegensätze und trotzdem besteht die Herausforderung darin, beides miteinander zu vereinen.

2 thoughts on “Wie Spanier aus der Furcht Liebe machen…

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