How can I tell you…?

Auf der einen Seite bin ich total verwirrt und auf der anderen Seite ist mir wieder ziemlich viel klar geworden.

Schlagartig wurde mir heute klar, dass meine Beziehungsprobleme darin begründet sind, den Anderen als Anderen mit seinen anderen Gewohnheiten anzunehmen und aber gleichzeitig mich mit meiner Andersartigkeit annehmen zu lassen.

Problem erkannt – Gefahr dennoch nicht gebannt.

Doch was bedeutet annehmen?

Ja, ich kann akzeptieren, dass Du z.T. andere Interessen hast, dass Du nicht in meinem Alter bist, dass Du andere Lebenserfahrungen hast als ich und dass Du nicht immer in meiner Nähe sein kannst.

Aber ich tue mich schwer damit, anzunehmen, dass wir es nicht schaffen, eine gemeinsame, vertrauensvolle, verbindliche und von Kontinuität getragene Verbindung aufzubauen.

Ich weiß, ich kann schlecht vertrauen, aber ich arbeite daran und jeden Tag gibt es ein Stückchen mehr, wenn ich Stabilität in der Verbindung gefunden habe. Aber Rückschläge verkrafte ich schlecht.

Ich will nicht alles auf einmal, ich will nicht Dein Leben auf den Kopf stellen, ich will Dich so lassen, wie Du bist.

Wo aber genau liegt die Grenze zwischen Eigenheiten annehmen und sich selbst verleugnen? In einer Verbindung haben beide Teile Wünsche, Erwartungen, Vorlieben und Verhaltensmuster. Jeder will ankommen und angenommen werden. Nur geht das gleichberechtigt, ohne sich selbst zu verleugnen?

Klar, Eingeständnisse, Zugeständnisse und Kompromisse sind in Verbindungen nicht wegzudenken. Aber muss Mann/Frau alles tolerieren?

Den Anderen anders machen, das geht nicht – verständlicher Weise. Nichtsdestotrotz denke ich, dass es wichtig ist, das Verhalten des Anderen zu spiegeln, zu sagen, wenn einen etwas verletzt oder enttäuscht. Bedingungen dabei an die Liebe oder Liebenswürdigkeit zu stellen, ist absurd. Vielmehr ist es wichtig, in den achtsamen Dialog zu treten und wenigstens die persönliche Sicht der Dinge zu diskutieren, den anderen wahrzunehmen und zumindest ein Verständnis für dessen Handeln zu entwickeln.

Heute bin ich traurig und ich hoffe auf Achtsamkeit.

5 thoughts on “How can I tell you…?

  1. Ich kenne diese Schwierigkeit. Ich habe wenig Probleme damit, den anderen anzunehmen, wie er ist, aber viele Probleme damit, mich auch so anzunehmen. Ich neige zum Anpassen und damit irgendwann zur Selbstverleugnung. Der Grat zwischen Kompromissen, Persönlichkeitserhaltung und Selbstverleugnung ist schmal. Aber man kann ihn nehmen. Genauso wie man Vertrauen aufbauen kann. Kleinere Rückschläge gibt es immer, aber solange das große Ganze noch besteht, sich gut anfühlt und das Fundament schon ausreichend gelegt wurde, haben sie langfristig keine gravierenden Auswirkungen. In dem Moment des Rückschlags tut es aber natürlich trotzdem weh.
    Ich hoffe, dass du morgen wieder lächeln kannst.
    Liebe Grüße

    • Danke für Deine aufmunternden Worte. Ich denke jedesmal, ich hätte den Dreh mit dem Leben und Lieben heraus, aber es stimmt am Ende dann doch nie (so ganz). Vielleicht sollte ich einfach annehmen, dass es kein „Richtig“ gibt und einfach darauf achten, was mir das Leben bietet und was ich gestalten kann. Liebe Grüße zurück

  2. Hallo.. :o)

    Toleranz ist eine schöne Sache, aber ebenso ein furchtbares Wort, das so gern und oft hergenommen wird bei jeder Gelegenheit -meist von Menschen die damit selbst nichts anfangen können- um ihr Handeln -sei es noch so abartig- zu rechtfertigen. ‚..Du findest nicht gut was ich mache? Du bist ja wohl intolerant!..‘

    Kompromisse in Beziehungen empfinde ich persönlich auch schon als problematisch; ist doch schon der erste, den man beginnt einzugehen ein Schritt zur Selbstaufgabe. Wenn der eine ihn eingeht, kann der andere weitermachen mit dem was man selbst eigentlich nicht mag. Und wenn der erste Kompromiss einmal gemacht ist, wird der zweite sicher folgen. :o) Sich zu verändern ist wichtig, aber niemals zugunsten des Anderen. Man verändert sich nach vorn, nicht nach hinten – im Idealfall. Und gemeinsam – aber man steckt nicht ein, nur um ‚tolerant‘ zu sein. Nunja, du hast meinen Text gelesen, dazu brauche ich nicht weiter eingehen. :o)

    Wenn einer noch immer an seinem Ego klebt und Erwartungen/Bedürfnissen, die er unbedingt erfüllt haben will/muss -oder glaubt das diese wichtig wären- dann kann das nicht funktionieren. Jede Art von Bedürfniss ist eine Erwartung dem anderen gegenüber, die er ‚erfüllen muss‘ – dabei ist das garnicht wichtig. Irgendwo innen drin weis man irgendwann, das dieser ganze Quatsch Unsinn ist; weil man diese Erwartungen anderen gegenüber eigentlich an sich selbst stellt. Beachte dich selbst, liebe dich selbst, nimm dich selbst so an wie du bist, hab deine Fehler und nimm sie an. Keine Abhängigkeit einem Anderen gegenüber. Keine ideale, keine Träumereien, kein Verbiegen. Ein harter Weg, ohja, den gehe ich auch noch. Aber man trägt das alles selbst schon zur Genüge in sich. Alles was ’negativ‘ zu sein scheint ist das, was man an sich selbst noch zu erkennen hat.

    Der größte Produzent negativer Gefühle ist und bleibt das Hirn.. früher wurde einem erklärt, das man viel damit machen muss um es zu nähren, die Welt zu verstehen. Je älter ich nun werde desto mehr frage ich mich, wie ich dieses verdammte Ding abschalten und auf MICH hören kann, ohne das dieser graue Klumpen mir den Tag vermiest.. ;o)

    Liebe Grüße und einen sonnigen Tag,
    Blarksel :o)

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