Einsichten einer Liebe

Es tut mir leid, dass ich sauer auf Dich war. Nur weil ich mich verletzt fühlte, heißt das nicht, dass Du schuld bist.

Ich vergleiche meine Verletzungen mit denen eines Armbruchs. Normalerweise sieht das Gegenüber nicht, wenn ein Mensch einen Arm mal gebrochen hatte. Dementsprechend geht man unbedarft miteinander um, berührt ihn, denkt sich nichts Böses und die alte Verletzung schmerzt wieder.

Zuerst war ich sauer, dass mich Deine Berührungen, Worte und Dein Verhalten schmerzten. „Warum tust Du das?“ , dachte ich. Aber seit dem Wochenende weiß ich, es ist nicht Deine Schuld. Es sind meine Schmerzen, meine Verletzungen aus Kindertagen, mit denen Du nichts zu tun hast.

Es tut mir leid, wie ich mich Dir nach Verletzungen zeige. Wir können uns in unserem Leben nur selbst heilen. Der Andere kann nur stiller Wegbegleiter sein. Liebeskummer könnte so viel einfacher sein, wenn man kapiert, dass es nur eine Projektion ist. Alte Wunden wollen geheilt werden und sie tun es nicht. Der Andere löst nur ungewollt die alten Wunden wieder auf, er ist aber nicht für diese verantwortlich.

Liebe heißt nicht heilen, retten oder wieder gut machen. Lieben heißt, den Anderen zu sehen, ein Interesse an ihm haben, die Augen nicht verschließen, sondern sehen und annehmen.

Genauso wenig kann ich Deine Wunden heilen, ich kann sie nur sehen und darauf Acht geben, dass ich sie Dir nicht wieder aufreiße.

Ich sehe Dich!

6 thoughts on “Einsichten einer Liebe

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