Meine Weckermomente

Ich weiß nicht, ob Ihr das auch kennt, aber in meinem Leben gibt es bestimmte Weckermomente. Das sind Momente, in denen ich mir wünsche, einfach aus der Situation zu fliehen, weil ich nicht weiß, wie ich das Geschehene revidieren kann. Denn ich wünsche mir dann, dass ich alles nur geträumt habe und endlich der Wecker klingelt und die Situation abrupt vorbei ist. Wann klingelt der Wecker endlich mal, wenn er benötigt wird? Gerade bei Solitary man und mir gab es solche Momente.

Den ersten hatten wir, als mein Ausbildungsleiter und ich vor Beginn meiner Ausbildung in seinem Büro waren und er mich fragte, warum ich meinen Lehrerjob an den Nagel hängen würde. Ich erklärte kurz meine Prüfungssituationen und dass mir dieser Abschluss beruflich zu unsicher sei. Dann meinte er noch, dass die Schüler ja auch immer schwieriger würden. Ich entgegnete: „Schüler sind nicht so schlimm; die Lehrer sind zum Teil viel schlimmer.“

Batsch, da hatte ich mich in die Nesseln gesetzt. Nie habe ich in Vorstellungsgesprächen über ehemalige Kollegen/-innen und/oder Vorgesetzte gelästert und schlecht geredet und da ist es mir so herausgerutscht.

Nachdem mir dieser Faux-pas herausgerutscht ist, wollte ich schleunigst das Thema wechseln, aber er insistierte und wollte genauer wissen, wieso ich zu dieser Erkenntnis gelangt bin.

Ich musste lange überlegen und er schaute mich erwartungsvoll mit seinen braunen Augen an. Mir war das total unangenehm und ich hatte Angst, ein schlechtes Bild von mir abzugeben, bis ich mich schließlich dazu durchdrang und antwortet:“Nun ja, viele Lehrer sind halt in ihren Arbeitsweisen sehr festgefahren und selten offen für neue und andere Unterrichtswege.“ Ich konnte mir gerade noch den Ausdruck „borniert“ verkneifen.

Einen weiteren Weckermoment hatte ich diesen Montag. Er kam wie häufig in unser Bürorein, begrüßte alle und mich fragte er, wie es mir ginge. Da er mich das schon mal fragte und er mir ein „alles ok“ zu recht nicht abnahm, sagte  ich lieber von vornherein:“ Ja, bis auf leichte Magenschmerzen, ganz ok.“

Solitary man schreckte gleich zurück, weil er dachte, ich habe eine Magen-Darm-Infektion und war konsterniert, da ich ihm auch noch die Hand gab. Er befürchtete, ich könne ihn angesteckt haben. Daraufhin wusste ich gar nicht, was ich entgegnen sollte, ich stammelte vor mich hin: „Nein, eh, so nicht, nur… .“ Bis er so etwas sagte, wie „etwas Falsches gegessen.“ Da das meinen Beschwerden am nächsten kam, sagte ich ja.

Eigentlich war es mehr das Zwerchfell, das auf den Magen drückte, so dass ich kaum einen Bissen hinunter kriegen konnte. Mittlerweile geht’s mir aber wieder besser.

Am nächsten Tag, kam Solitary man nur kurz ins Büro und grüßte nur, indem er im Türrahmen stehen blieb. Dann fiel mir ein, er könne ja auch fälschlicher Weise denken, dass ich ob meiner Beschwerden schwanger sei.

Manchmal bin ich halt mit dem, was ich sage, zu voreilig und ein anderes mal bin ich so verdutzt, dass ich gar nicht weiß, was ich sagen soll. Ich hoffe nur, dass sich schnell klärt, dass ich nicht schwanger bin – wovon auch….?

One thought on “Meine Weckermomente

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s