Anale grande

…oder zu Deutsch „riesen Arsch“!

Was habe ich nur an mir, dass viele Menschen denken, sie könnten mit mir machen, was sie wollen.

Vor zwei Wochen habe ich mich bei einem Kollegen, mit dem ich sonst noch nie etwas zu tun hatte, erkundigt, welche Umweltsiegel unser Kopierpapier hat und ob das Papier FSC zertifiziert sei.  (Obwohl dieses Siegel, wie ich heute erfahren habe, nicht sehr zu empfehlen ist.)

Dann hat er mir etwas über die Herkunft unseres Papieres gesagt, ich habe mich bedankt und verabschiedet.

Letzten Donnerstag sprach mich die Assistenz der Geschäftsleitung an, ob ich eine Palette Papier bei Herrn „Sowieso“ bestellt hätte, sie habe eine Rechnung über 530 € im Worklflow gehabt.

Ich war mehr als geschockt, ich habe mich doch nur über die Umwelteigenschaften informiert? Nun ja, das Papier hätte ohnehin irgendwann mal bestellt werden müssen, aber nicht, indem man mir so ein Vorgehen unterstellt.Entweder hört der Typ schlecht oder er will mir an den Karren pinkeln, sollte er das nachweislich noch einmal tun, sollte er eigentlich mal Strafe ob Verleumdung zahlen – finde ich!

Dennoch gibt es gute Nachrichten: Die ersten Therapiesitzungen verlaufen gut, ich benötige nur noch die Unterschrift eines Allgemeinmediziners, das sollte ich morgen machen. Außerde melde ich mich wieder beim Sport an. Ich habe mich dazu entschlossen, wieder Volleyball zu spielen. Eine gute Gelegenheit, Menschen und vielleicht sogar einen Mann kennenzulernen.

Ich habe wirklich mal wieder richtige Lust auf Sex und Nähe. Manchmal glaube ich, ich bin wirklich zu blöd, jemanden an Land  zu ziehen.

Letzte Woche sprach mich doch tatsächlich ein wildfremder Mann auf der Straße an und das Zweite, was er nach „Guten Tag“ sagte, war: „Wollen Sie mit mir einen Kaffee trinken?“ Ich lehnt ab, da ich angeblich in Eile sei. Er wäre auch nicht mein Typ gewesen.

Aber es kann doch nicht so schwer sein, mit jemand Nettem ganz normal ins Gespräch zu kommen. Ich gehe ja auch raus in die Stadt, ins Café, bald wieder zum Sport und in Discos.

Das ist doch kein Kennenlernen, wenn jemand sofort fragt, ob man einen Kaffee trinken möchte, schon gar nicht, im Dunkeln auf der Straße, bevor man nicht den Vornamen und einige Interessen kennt.

Was anderes wäre es gewesen, wenn wir uns in der Buchhandlung begegnet wären. Dann wüsste man schon mal, was der Andere so gerne liest und darüber kann man dann auch ins Gespräch kommen.  Nun ja, die Liebe wird wohl noch warten müssen.

Ich habe aber auch keine Lust, es auf einer Ü-30 Party darauf anzulegen, jemanden mit nach Hause zu nehmen. Das ist nicht meine Art, ich brauche Vertrauen, selbst wenn es nur Gelegenheitstreffs sein sollten.

Und neu-verlieben zu planen, ist bei mir schon immer schief gegangen.

Ich frage ich, wie Andere das machen und einen Monat nach einer Beziehung schon wieder eine(n) Neue(n) haben. Obwohl den hätte ich ja letzte Woche einfach von der Straße aufsammeln können🙂

3 thoughts on “Anale grande

  1. Ich hatte einmal ein Interview im Radio gehört. Es war eine nicht besonders erfolgreiche deutsche Schauspielerin, die in Paris lebt. Habe leider ihren Namen vergessen aber ist auch nicht wichtig. Die erzählte, dass man in Paris sehr schnell zu einem Kaffee eingeladen wird. Einfach so. Sie sagte, dass sie nicht mit jedem einen Kaffee trinkt und dass wenn sie es macht auch nicht immer der Traummann dabei raus kommt, aber das es einfach toll ist, wenn man schnell andere Menschen kennen lernt. Du wirst Deine Gründe haben, warum Du mit dem Mann keinen Kaffee trinken wolltest, allerdings überleg Dir doch für die Zukunft, ob Du bei gleicher Gelegenheit nicht einfach einmal „Ja“ sagst. Was kann passieren? Der Typ ist ein Idiot, Du langweilst Dich zu Tode. Dann stürzt Du Deinen Kaffee runter und gehst. Vielleicht ist er aber auch interessant. Selbst wenn es nicht der Vater Deiner Kinder wird, so kann es doch lustig werden. Vielleicht hat er einen guten Freund, den Du über ihn kennen lernst, der dann der Vater Deiner Kinder wird. Gib dem Schicksal eine Chance. Wir Leser freuen uns über jede Geschichte.

    • Ich weiß, was Du meinst. Mein Problem war meine Voreingenommenheit. Dadurch, dass ich schon ein „bestimmtes“ Verhalten erwarte, kann es mir auch niemand recht machen, genau wie der Passant.
      Dennoch gibt es Situationen, in denen ich total aufgeschlossen bin und mit willdfremden Menschen in ein sehr tiefes Gespräch komme – diese Gelegenheiten sind aber selten erzwungen und das Vorhaben des Passanten kam mir erzwungen vor.

      • Du musst Dich wohl fühlen. Es bringt ja nicht, wenn Du bei der nächsten Gelegenheit Dich zu einem Gespräch zwingst, nur damit der olle Alec nicht wieder motzt.😉 Ich denke, man sollte versuchen, kleine Dinge zu ändern, um langfristig offener zu sein (Mache ich selbst viel zu wenig, aber wenn ich es mache, funktioniert es). Wenn Du Gelegenheit hast, dann schau Dir doch einmal den Film „Das wilde Schaf“ an. Da muss der Hauptdarsteller jeden Tag etwas besonderes machen, um lockerer zu werden (das ist jetzt sehr verkürzt dargestellt, aber wenn Du den Film gesehen hast, dann weißt Du was ich meine)

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