The day the music died

Es ist ja echt erschreckend, wie die Musik und damit verbunden auch Musik-CDs an Wert verloren haben in letzter Zeit.

Da meine ganze Musik zurzeit digital auf meinem Rechner ist, habe ich gedacht, dass ich die ganzen CDs aus Platzgründen verkaufen könnte. Prinzipiell funktioniert das auch, aber die CDs sind kaum noch etwas wert. Verkauft man sie zum weiteren Verkauf bei Amaz…, Eba* oder in Musikgeschäften, die diesen Ankauf anbieten, bekommt man in etwa ein Zehntel des späteren Verkaufwertes und auf privater Ebene hat kaum jemand Interesse.

Musik ist zu einem wertlosen Gegenstand geworden, seitdem man Musiktitel legal oder auch illegal downloaden kann. In Internetshops bekommt man Musiktitel für einen Euro oder ein paar Cent. Die ganze Digitalisierung hat den Wert eines Albums, den dieses damal mal hatte, dezimiert. Meines Erachtens eine Erschreckende Entwicklung, wenn ich daran denke, dass in den 80ern und 90ern Musikalben eine Besonderheit waren, die ihren Preis hatten. Da haben Musikalben berühmter Bands schon mal 40-50DM bezahlt. Gut heute bekommt man diese auch für 20-25€, aber andere Preise sind mit der Umstellung auf den Euro zum Teil auch auf das Doppelte gestiegen; der Albenpreis jedoch blieb konstant.

Früher hatte Musik einen Wert, heutzutage ist Musik Teil einer Inflationswelle. Genau dasselbe ist übrigens auch bei Büchern, Schriftstücken und Filmen zu verzeichnen.

Die Werte verschieben sich halt. Die Veränderungen der Gegenwart sind ein bildlicher Messer der Zeit. Das macht die menschliche Kultur aus: Sie schafft Zeichen der Verewigung in Form von Musik, Malerei, Dichtung und Wissenschaft, die in einem stetigen Prozess der Wandlung unterliegen.

Heute ist nicht mehr die Anzahl der Musik-CDs im Regal entscheidend, sondern die Leistungsfährigkeit des PCs, der diese abspielt und wie viel Prozent der Festplatte oder SSD für die Belegung draufgeht.

Leben ist stetige Veränderung!

12 thoughts on “The day the music died

  1. Ja leider…… soweit ich weiß, verdienen Musiker nur noch mit den Verkauf der Tourneetickets. Weil CD-Verkauf bringt nur noch sowas wie goldene Schallplatten ein…..

      • Das wird in 20 Jahren bestimmt lustig, wenn wir zum alten Eisen gehören und den Kiddies von „guten alten Zeiten“ erzählen und wie schräg die Gegenwart doch ist.😀

  2. ja finde ich auch erschreckend…Heute „besitzt“ man keine Musik mehr, sondern bedient sich nur noch aus der nach Fastfood riechenden „Musikwolke“ für 9,90 pro Monat…Ich bin mit CDs groß geworden, mit Plattenläden (oder zumindest der Musikabteilung beim MM) und dem Stöbern/ Suchen/ Probehören vor Ort.
    Ich will ja nicht alles am Musik-Streaming verteufeln, aber dass die Bands immer mehr auf Konzertvermarktung setzen (und man heute nicht mehr unbedingt einen Plattenvertrag braucht), sagt ja schon einiges. Die Musikindustrie (bzw. v.a. die Majors) hat sich nach dem Napster-Schock mal komplett reformiert, zaudernd-zögernd zwar, aber in der Gewissheit, das alles andere der Untergang bedeutet hätte…

    • Das ist der Trend der Zeit: schnell und billig.
      Bisher hat es aber jede Hochkultur geschafft, sich selbst zu vernichten. Das Prinzip „höher, schneller, weiter, mehr mit weniger Geld bzw. Investition“ kannten schon die Maja und Inka, deren Kultur auch an Habgier zugrunde ging.

  3. Ich verstehe nicht, warum das erschreckend sein sollte. Vielleicht bin ich zu jung – ich bin schließlich damit aufgewachsen, dass man sich die Musik, die man haben will, gegen einen zugegeben nicht sehr großen Aufpreis herunterladen kann – aber warum sollte Musik an Wert verlieren, wenn man weniger Geld dafür zahlen muss? Hängt der Wert von Musik oder Büchern echt am Verkaufspreis? Ich bin sehr froh, nicht 40€ für eine CD bezahlen zu müssen und ich genieße es sehr, über verschiedene Internetportale kostenlos Zugang zu Musik zu haben, gerade weil Musik für mich sehr wertvoll ist und eine Bedeutung für mich hat. Weniger als bei jemandem, der vor 50 Jahren groß geworden ist? – Ich glaube kaum. Und das gilt nicht nur für mich.

    • Klar, der Kaufpreis bestimmt nicht den persönlichen Wert der Musik und klar ist es bequemer und günstiger geworden, sich Musik herunterzuladen. Aber nichtsdestoweniger ist es für mich ein Zeichen der „Geiz ist geil Gesellschaft“ und ja, ich glaube, dass es nicht nur positive Auswirkungen haben wird.

  4. Ich vermisse das Gefühl des Musikerlebens, seit immer mehr über Downloads läuft. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum ich gerne auf Schallplattenbörsen stöbere und mir Schallplatten meiner Lieblingskünstler wie Petula Clark oder Dusty Springfield kaufe.

    Es bedeutet für mich einfach noch Musik zu zelebrieren, wenn ich erst das Innencover herausziehe, die dann die Platte in der Hand halte, die ich schließlich auflege. Den Plattenteller zum rotieren bringen, vorsichtig den Tonarm aufsetzen, das Knistern der Rille hören und dann erst die wirkliche Musik..

    Dasselbe auch bei CDs – ein Cover öffnen, das Booklet rausnehmen, die Liner Notes lesen, in denen der Künstler eventuell sogar noch angemerkt hat, welche Bedeutung das ein oder andere Lied für ihn hat und es damit dem Zuhörer näherbringt.

    Download ist nach einem Klick einfach da, Punkt. Ist mir persönlich einfach zu wenig.

    • Genau! Noch vor 10 Jahren bin ich ins Geschäft gegangen und habe nach CDs, Kassetten oder Videos im Regal danach gesucht. Dann war nicht immer alles da, was ich suchte. Das Gefühl der nicht ständigen Verfügbarkeit war noch da, das hat der Musik einen Wert gegeben. Die Technik hat sich nur unserer menschlichen Ungeduld angepasst.

  5. Eigentlich finde ich es sehr gut, dass man jederzeit und überall Musik hören und teilen kann – das deckt sich sehr mit meiner Idee von Kunst und Kultur. Dass jeder teilhaben kann….

    Allerdings, und da hast du vollkommen Recht, müssen neue Bezahlmodelle her, die es den Künstlern ermöglichen davon auch gut leben zu können.

    • Da gebe ich Dir Recht, ich nutze ja selbst auch die Angebote und den gesparten Platz durch die fehlenden CDs.
      Aber wenn ich so an damals zurückdenke, ist es doch amüsant, wie ich mich angestrengt habe, einen Musiktitel zu bekommen. Dann lief er mal zufällig im Radio, dann musste man eine Kassette schnell einlegen und zum Schluss quatscht der Moderator dazwischen. Das war damals natürlich blöd, aber heute sind es ganz nette Geschichten, die man sich über solche Situationen erzählen kann🙂, diese gehen nun auch verloren.

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