Der Vegetarier im Schafspelz

Also ich zweifel ja daran, dass Mann und Frau sich komplett vegetarisch oder sogar vegan ernähren können. Ich habe heute eine Sendung auf ZDFNeo gesehen, bei der sich herausstellte, dass selbst in Tomatensuppe Speck ist. Hinzu kommen Produkte, deren tierischer Inhalt nicht deklariert werden muss, wie z.B. im Multivitaminsaft, in dem Fischöl (glaube ich, behalten zu haben) als Trägerstoff enthalten sei.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich Vegetarier und Veganer schon ziemlich inkonsequent finde, da man einen kompletten Ausschluss nie sicherstellen kann. Vor einem veganen Restaurant hier im Norden sah ich letztens zwei Veganer rauchen. Na toll, das ist zwar komplett ungesund, aber total vegan – das ist Tapetenkleister auch. Wer weiß, ob das Zeug nicht als Bindemittel in dem Fleischersatz drin ist.

Besonders inkonsequent finde ich dann die Vegetarier, die sich dann Eier aus der Käfighaltung kaufen, dann aber rumtönen, dass sie auf Fleisch um der Tiere willen verzichten.

Klar finde ich Massentierhaltung und erhöhter CO2-Ausstoß wegen zu vielem Fleisch- sowie Tierproduktkonsum auch zum Kotzen, aber manchmal habe ich einfach Hunger auf ein ordentliches Stück Fleisch. Um irgendwie dem Ganzen und mir gerecht zu werden, handhabe ich das so: Ich esse wenig Fleisch und versuche, nicht gerade das billigste zu kaufen, bei Eiern achte ich darauf, dass sie zu mindest im Freien gehalten wurden. Also eine „gesunde“ Mischung. Wegen des CO2 – Ausstoßes habe ich auch wenig zu befürchten, da ich selten längere Strecken mit dem Auto fahre, nur das Licht einschalte, wenn ich es wirklich benötige und Standby-Leuchten auch immer ausschalte.

Ich glaube, es gibt da draußen sehr viele Veganer und Vegetarier im Schafspelz oder in anderen Jacken aus Tierhäuten und weiterhin denke ich, dass man dem Dilemma „Tier-Nahrung-fressen und gefressen werden“ kaum ausweichen kann. Selbst wenn man nur noch Obst und Gemüse äße, so würden selbst dafür Tiere, also Blattläuse oder andere Schädlinge, getötet. Aber wenn jetzt jemand aus gesundheitlichen oder geschmacklichen Gründen kein Fleisch mag, dann ist das doch ok. Ich mag ja auch keine Gurken – rein geschmacklich.

Aber an all diejenigen, die das nur um der Tiere willen tun, möchte ich einen Gedanken richten: Seid Ihr dann wirklich mit allem, also Kleidung, Zusatzstoffe, Kosmetika (dermatologisch getestet!!) und Energieverbrauch, konsequent? Dann ist ja gut.

4 thoughts on “Der Vegetarier im Schafspelz

  1. Ich verstehe deine Bedenken total. Bin selbst keine Vegetarierin, aber ich respektiere diejenigen, die sich fleischlos oder sonstwie ernähren möchten. Was ich persönlich nicht aushalte, ist die Arroganz einiger Vegetarier oder Veganer. Eben da kommt dein Argument ins Spiel: Das halte ich dann gerne einfach mal kurz hin. Wie, du isst Käse und Eier? Dafür müssen aber auch eine Reihe Tiere sterben. Also bitte, hör auf, andere zu verurteilen, danke. Kenne aber auch ganz entspannte Vegetarier. Solange jeder auf seinen eigenen Teller guckt, ist alles gut.

    • 🙂 Hallo Sittingcake, danke für Deinen Kommentar.
      Ja, genau das denke ich. Ein Vegetarier hat sich in meiner Gegenwart mal ganz selbstkritisch geäußert, als ich meinte, auch Blattläuse sind Tiere, dass man nicht essen könne, ohne irgend ein Lebewesen zu verstören. Das ist halt auch Evolution. Der eine muss sterben, damit ein anderer überleben kann.

  2. Ein riesen Thema, welches mich schon sehr oft beschäftigt hat.
    Ich glaube, dass es unheimlich schwierig ist, sich seinen eigenen Wünschen gerecht, sei es nun wenig CO2, wenig Fleisch oder what ever, zu ernähren. Eigentlich schade, dass etwas derart wichtiges nicht auf dem Lehrplan steht.

    Hier einige Punkte, die mir spontan in den Sinn gekommen sind:
    – Wenn man html nutzt, schreibt man CO2
    – Donnerstag ist Schnitzeltag (in der Kantine)!
    – Grenzwertig ist es auch, wenn Eltern ihren Kindern nicht erlauben tierhaltiges zu Essen (Spaghetti mit Bolognese), während alle anderen Kinder sich den Bauch voll schlagen.
    – Ich habe schon immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Fleisch zum Mittag esse und bange um meinen ökologischen Fußabdruck, wenn Pommes auf meinem Teller landen
    – Von wegen Bioeier. Für Produkte, die du häufig kaufst, würde ich mir die gängigen Öko-Label mal anschauen und gucken, welchem ich vertraue.
    -Mich erinnern diese militanten Vegetarier/Veganer immer an Hardcore-Feminist_innen. Dieser zwanghafte Wahn sich abzugrenzen ist in meinen Augen arg bedenklich.
    – Wenn man „nur“ die Umwelt schonen will, gibt es auch andere Punkte im Lebensmittelbereich wie nachhaltig gewonnenes Holz (Klopapier, etc.), regionale Produkte (CO2), saisonale Produkte,…
    -Es gibt unterschiedliche Gründe Fleisch (und dergleichen) meiden zu wollen: Antibiotika, nicht artgerechte Tierhaltung, Umweltbelastung, Arbeitsbedingungen der Angestellten. Sich selbst zu verleugnen und keine Tiere mehr zu essen finde ich… hoffentlich
    -> sinnvoll finde ich es den Fleischkomsum zu reduzieren

  3. Vollkommen ok , jeder kann entscheiden was er auf dem Teller haben möchte.
    Schweinebraten oder Gänseblümchensalat. Leben und leben lassen denke ich.
    Wobei ich sagen muß das ich es äusserst unangebracht finde wenn mich jemand darauf hinweist wie schrecklich ungesund, fett und Tierverachtend mein Steak ist…
    Ich ernähre mich gesund und ausgewogen und stehe zu meinem Steak, zu meinem Hackbraten und zu meiner Bratwurst ab und an!

    Ich rauche nicht und würde niemals jemanden wegen seiner Zigarette kritisieren…
    Ich höre mir keine Volksmusik an würde aber nie verlangen das jemand den Musikantenstadl abdreht…
    Was ich damit sagen will, Veganer, Vegetarier und co, alles ok solange man meinen Teller dabei in Ruhe lässt!

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