Wer die Wahl hat, hat die Qual…am Hals

…denn vieles wird versprochen, aber nur wenig wird nach der Wahl von dem eingehalten oder so modifiziert und ausgelegt, dass es dem Bürger nur wenig weiterhilft.

Zu Beginn meines Studiums konnte ich kaum verstehen, wie man CDU wählen kann, dann hat Schröder sein wahres Gesicht gezeigt, und danach wusste ich es.

Es gehört nicht zu meiner Art politisch zu reden, denn bei uns im Ort gibt es eine These, die besonders für die Wirtschaft – also die Kneipe – gilt: In der Wirtschaft spricht man nicht über Religion oder Politik, denn beide Gesprächsthemen sorgen – gerade in Verbindung mit Alkohol – für böses Blut. Nichtsdestoweniger bin ich in den letzten Tagen wieder aufgebracht, was Politik angeht.

Da ich sehr gerne Volker Pispers und Hagen Rether höre, war ich gerade dazu geneigt, selbst eine kabarettistische akustische Einlage auf WordPress zu veröffentlichen. Leider ist mein derzeitiger Account nicht dafür ausgelegt.

Heute war ja Europawahl und nur wenige Ausnahmen, darunter meine Wenigkeit, haben dieses Recht in Anspruch genommen und haben das Kreuz gemacht, das sie die nächsten Jahre tragen wollen. Es war schon mühsam, die richtige Partei zu finden, die auch eine Chance hat, mit zu wirken. Die Wahlplakate waren auch so gut wie nichtssagend, denn sowohl CDU, SPD, die Grünen als auch die FDP sprachen von „Chancen“. Ja, das waren noch Zeiten, als sich die Parteien unterschieden.

Aber die Linke darf man ja gar nicht wählen, davor warnen ja selbst gestandene Kabarettisten wie Dieter Nuhr, der bei Johannes B. Kerner schon vor einiger Zeit vor den Linken warnte und befürchtete, dass Gysi und Lafontaine die Mauer wieder aufbauen würden, da eine gerechte Entlohnung gemessen an der erwirtschaften Produktivität Landflucht nach sich ziehe und eine Mauer hier systemimmanent sei. In einer anderen Sendung meint er die Wahlslogans „Reichtum für alle“ und „Reichtum besteuern“, seien sehr FDP nah. Nun weiß ich nicht genau, ob Dieter Nuhr uns politisch aufgeklärte Bürger NUHR warnen will, oder selbst Angst hat, arbeitslos zu werden, wenn die Linken mehr Mitspracherecht im Parlament bekämen. Vielleicht versucht er aber auch schon vom links-gerichteten Kabarett auf alternative Formen des Kabaretts umzusatteln. Diese Alternative würde aber die Schlussfolgerung nach sich ziehen, dass es ihm schlicht weg egal ist, über welche Partei er gerade seine Witze macht. Vorschlag von mir für sein neues Bühnenprogramm „Nu(h)r  die Gage“. Aber als studierter Historiker kann er ja bestimmt auch griechisch. Ansonsten wäre Gastprom vielleicht noch eine Alternative.

Doch nach allem, was man so in den Medien lesen und hören kann, sollte man die Linke nicht wählen. Die wollen nur den Kommunismus aufbauen und am Ende haben wir noch Verhältnisse wie in der DDR:

Dann werden wir abgehört, die Presse wird zensiert, Staatsbeamte genießen andere bzw. bessere Privilegien als die Bevölkerung und die Produktion richtet sich nicht nach Angebot und Nachfrage.

Na gut, die NSA hat Zugänge zu sämtlichen elektronischen Informationen, laut eines Youtube Videos habe Frau Merkel Kontakt zur Presse und diktiere denen im wahrsten Sinne des Wortes, was diese zu berichten haben, um die Öffentlichkeit mit der Wahrheit über die Bankenkrise, die im Allgemeinen als Staatskrise bezeichnet wird, nicht zur Rebellion aufzurufen. Wenn die Produktion unserer Lebensmittel sich nach Angebot und Nachfrage richten würde, woher kommen dann die Überschüsse und wieso werden so viele Lebensmittel einfach für die Vernichtung produziert?

Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf. Frau Merkel und der Herr Friedrich konnten die NSA auch nur zu einer Beschränkung der Überwachung bringen.

Wann wird die Bevölkerung je verstehen, dass es bei den wenigsten Parteien auf Inhalte ankommt, sondern lediglich darauf, von welcher Lobby sich ein Politiker am besten lenken lässt. Ich finde, die Frau Merkel symbolisiert diese Attitüde sehr gut. Früher noch in der FDJ, jetzt in der CDU, es scheint, als sei es egal, welcher politischen Gesinnung man angehört, sondern Hauptsache man ist in einer mächtigen Partei.

Wir müssen endlich anerkennen, dass wir in einem Land leben, das die bewaffnete Bundeswehr als Friedenstruppen bezeichnet. Euphemistisch betrachtet könnte man diese Bezeichnung einen Euphemismus nennen, andere nennen es Volksverarsche. Die Soldaten dürfen ja schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht als Soldaten bezeichnet werden, weil der Kriegstod von den wenigsten Lebensversicherungen gedeckt wird.

Bundestagspräsident Lammert verwies die Fraktion die Linke aus dem Bundestag, weil diese der Angehörigen und der Opfer des Afghanistankrieges mit Namensschildern und deren Lebensdaten gedacht hat. Dieses würde den Sitten des Bundestages widersprechen.

Der einzige Abgeordnete, der ein schlechtes Gefühl dabei hatte, war Herr Ströbele von den Grünen. Dessen Einwand aber abgelehnt wurde.

Wir leben in einem Land, in dem das Zitieren der Bibel im Bundestag als unanständig ausgelegt wird. Zur Erklärung: Herr Gysi zitierte aus der Bibel, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge als ein reicher ins Himmelreich. Deshalb sei es doch von der CDU, insbesondere von Herrn Kauder, doch die Pflicht als christlich orientierte Menschen, die Reichen auch ins Himmelreich zu führen. Herr Kauder fand das unanständig so die Bibel auszulegen.

Das Leben ist hart, dafür aber ungerecht und das müssen wir ein für alle Mal einsehen. Es wird immer Ungerechtigkeiten geben und das Paradies heißt Paradies, weil es der Endzustand ist, also der Tod und von diesem wurden wir ausgesandt ins Leben. Hier versuchen wir, das Leben zum Paradies werden zu lassen – vergebens.

Einige sind eben gleich und andere gleicher – leider kann man daran nichts machen und auch Wahlen ändern nichts daran, sonst wären sie verboten.

Aber keine Angst, eine Mauer wird es Dank der Globalisierung nicht geben, denn eine Mauer würde ja bedeuten, dass es eine Alternative gäbe.

2 thoughts on “Wer die Wahl hat, hat die Qual…am Hals

  1. Ich lese immer wieder gerne deine Beiträge. Und muss mal meinen Senf dazu geben:
    1. Wahlwerbung: Fand ich auch dieses Jahr nichtssagend. Sogar so nichtssagend, dass ich komplett vergessen habe, wählen zu gehen. Asche auf mein Haupt. So wie ich das aber gehört habe, sind in vielen Ländern proeuropäische Parteien gewählt worden, rechtsradikale sind so gut wie untergangen. Außer in Frankreich, da schauts anders aus.
    2. „Zustände in der DDR“: Finde ich immer wieder herrlich. Ich bin in der DDR geboren, doch die Mauer viel einige Monate nach meiner Geburt. Wir sind vom Denken immer noch so verhaftet mit dieser Aufteilung und schieben uns gegenseitig den schwarzen Peter zu. Obwohl die ganze Geschichte vor einem Vierteljahrhundert beendet wurde. Aber naja der 2 Weltkrieg hängt uns ja auch noch im Nacken, dazu will ich gleich noch was sagen. Im Enddefekt haben wir aktuell keine objektive sondern eine sehr subjektive Berichterstattung. Siehe Ukraine-Fall. Die Deutsche Presse ist pro Klitschko einfach, weil er hier so beliebt und sympathisch ist. Durch einen Bekannten, der aus glaube ich Lettland stammt, habe ich erfahren, dass manche Sachen welche hier berichtet werden, nur Halbwahrheiten sind oder auch sehr einseitig dargestellt ist. Bei uns ist Putin der Böse und Obama der Retter in der Not. Ich glaube, Putin sagt erst vor Kurzem so in etwa: „Ich rede mit Europa und erhalte Antwort aus den Vereinigten Staaten“. Sagt meiner Meinung alles. Thema ausspähen, die digitale Welt mach das doch so einfach. Das Beschäftigungsdatenschutzgesetztes wurde in seiner ursprünglichen Fassung gekippt, weil es nicht die Datenschutzrechte der Bürger erweitert, sondern eher die der Arbeitgeber. Der Bürger sollte hier also noch durchlässiger werden. So sollte beispielsweise Fragen zur bestehenden Behinderungen, Schwangerschaften oder den privaten Vermögensverhältnissen im Bewerbungsgespräch (!!!) möglich gemacht werden.Eine andere Form von Bespitzelung finde ich. Ich bin übrigens kein „Früher-war-alles-besser“-Befürworter. Ich kenne jemanden, der in der DDR-Zeit angefragt wurde, ob die Person Spitzel werden wolle. Das Ansinnen wurde abgelehnt und es hatte Konsequenzen. Solche Umstände will keiner. Auch waren Unterdrückung und Einkerkerung von gegengesinnten Personen kein Pappenspiel.
    3. Die DDR-Vergangenheit der Kanzlerin und des Bundespräsidenten: Mal ehrlich, nur weil das System seine Schattenseite hatte, ist doch nicht jeder schlecht, der in diesem System gelebt hat. Es gehört zur Biografie. Aber genauso wie diese Zeit geprägt hat, haben die letzten 25 Jahre Vereinte Bundesrepublik Deutschland geprägt. Ich finde es immer verwunderlich, dass stets solche Personen auf diese Zeit reduziert werden, obwohl es auch ein Leben danach gab und gibt. Man muss auch bedenken, dass beispielsweise bei Sachen wie FDJ die herrschende gesellschaftliche Norm eine große Rolle spielt. Heute genauso wie damals. So war es damals üblich, die Kinder in die FDJ zu schicken. Die Eltern haben das so kennengelernt, und haben bestimmt, dass die Kinder dies auch tun. Die Gesellschaft hat dies auch so normiert, und ja dies war so vom Staat in die Wege geleitet. Die Kinder an sich trifft da nun keine Schuld. Deswegen finde ich es nicht gerade gut, Frau Merkel ihre FDJ-Vergangenheit anzulasten. Das hat ja der Staat, die damalige Gesellschaft und ihre Eltern so gewollt und als Kind kann man noch nicht selbst entscheiden. Genauso könnten wir heute den Staat verdammen, weil er alle Kinder über ein Jahr in die staatlichen Einrichtungen bringen will. Damit die Eltern arbeiten gehen können. Machen wir jetzt aber nicht, obwohl es ein ähnliches Prinzip ist.
    4. Deutschland und die Armee: Wenn ich mal so vergleiche…. Armee, Soldatentum und Krieg sind hier sehr stark verpönt. Aus dem ganz einfachen Grund, weil „wir Deutschen“ Anfang letzten Jahrhunderts zwei Weltkriege angezettelt haben. Geschichtlich gesehen, war die Armee stets ein Teil von der deutschen Geschichte und der deutschen Gesellschaft. Nur heute nicht mehr, weil alle Angst haben, dass „wir Deutschen“ den nächsten Krieg anzetteln. Internationale Reputation und so. Deswegen Friedenstruppen anstatt Armeeeinsatz. Ich gebe dir Recht, ist nur Augenwischerei. Doch hier hat das Denken der damaligen Besatzungsmächte über Deutschland, Macht und Armee immer noch eine sehr präsente Wirkung. Was mir noch einfällt: Vor ein, zwei Monaten war ein Historiker zum Interview bei meinem Lieblingsradiosender. Er sprach davon, dass in der Historie Deutschland immer eine sehr starke Rolle inne hatte, gerade weil es mittig in Europa saß. Wegen Zölle usw. Daher hatte Deutschland eine starke Rolle in der europäischen Geschichte. Und auch einiges zu sagen bzw. hörten viele Mächtige was grade so im Deutschen Machtzentrum so abging. Und er meinte auch, dass heute durch die ganzen Krisen, Deutschland so langsam diese Machtrolle zugeschoben wird. Also wirklich von den andren zugeschoben, anstatt mit Kriege und Leid an sich zu reißen. Und heute horchen ja wieder viele, was Deutschland zu den ganzen Sachen sagt. Finde ich einen sehr interessanten Gedankengang.

    Ach ist schon wieder so viel geworden. Ich freu mich auf Austausch.😉

    • Hallo Susi, danke für Deinen laaangen Kommentar. Mit vielen Deiner Thesen stimme ich überein. Interessant finde ich auch Deinen Bezug zur DDR und klar, es war nicht alles schlecht. Ich glaube auch nicht, dass die FDJ etwas „Schlimmes“ war, nur glaube ich bei Fraum Merkel, dass sie sich nicht positionieren möchte und ihr andere Dinge wichtig sind. Klar, gab es viele, die alternativlos in der FDJ waren und einfach nur Mitglieder waren, weil sie mussten oder nicht anders konnten. Auch Deine geschichtlichen Hintergründe zum Soldatentum finde ich richtig. Dennoch glaube ich nicht, dass wir im Verteidigungseinsatz sind. Das einzige, das wir verteidigen ist das Öl (meines Erachtens!!), damit wir wieder Exportwelt- bzw. Vizemeister werden. Schon komisch, dass die Länder, die uns mit Energie (Gas, Öl…) beliefern, nicht gut angesehen sind. Und klar, dass wir mit Ami-Land sympathisieren müssen, denn Amis wollen auch exportieren und haben wenig Energie-Ressourcen. Liebe Grüße Schwarze Elster

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