Close the door oder open my door to me?

…nur scheiße, wenn ein Steckschloss im Schloss ist.

Heute sollte eigentlich laut dem Jahreshoroskop der Cosmopolitan mein Glückstag sein. Vielleicht sollte ich froh sein, dass dies mein Glückstags war, denn möglicherweise wäre es dann noch schlimmer geworden.

Ich lass mal meinen Tag Revue passieren. Zunächst musste ich heute Morgen die Arbeit meiner letzten beiden Tage innerhalb von zwei Stunden erneuern, da ich nur mal eben den Datentyp eines hinzugefügten Feldes für mein gesamtes Projekt ersetzen wollte und damit meine Datenbasis weggeschossen habe. Das Hinzufügen der Datenbasis hat mich zwei Stunden gekostet.

Dann bekam ich Regelschmerzen, gefolgt von der Regel selbst, der Abschluss des Projektes an der Arbeit hinkt noch etwas, es hat den ganzen Tag nur gep*sst und am Ende eines erfolglosen Tages dachte ich mir, mach noch mal etwas Sinnvolles.

Da am Montag bei uns in der WG mal wieder eingebrochen und bei meiner Mitbewohnerin der Laptop gestohlen wurde, kam mir der Gedanke, ein Steckschloss (Kobold, Schlosssperre, etc…) zu besorgen. Gedacht – getan. Ich fuhr zum Baumarkt, der gerade schließen wollte und kaufte mir eines für knappe 14€. Ok, Qualität hat ihren Preis. Zuhause wollte ich es gleich ausprobieren. Ich stellte meine Tasche – mit sämtlichen, wichtigen Utensilien – in mein Zimmer, schloss es ab, führte das Steckschloss ein und wollte es wieder herausholen. Es hakte etwas, aber dann funktionierte es. Da es noch nicht rund lief, beschloss ich, noch etwas zu üben und erneut diese Prozedur durchzuführen.

Irgendwie hakte es diesmal besonders und plötzlich hielt ich nur den hinteren Teil des Steckschlossschlüssels in meiner Hand. Sämtliche Versuche, diesen Kobold aus dem Schloss zu holen, schlugen fehl. Meine Mitbewohnerin und ich zogen das ganze Register, das unser Maniküre-Petiküre-Equipment so her gab – aber vergebens. Anrufen konnte ich leider erstmal nicht, da mein Handy sowie meine Geldbörse sich ja im abgeschlossenen Zimmer befanden. Zum Glück konnte mir eine Mitbewohnerin mit ihrer Flatrate weiterhelfen. Kurz um, ich rief den Schlüsselnotdienst, fünf Minuten in der Warteschleife später, meldete sich ein Mann, dem ich meine Situation schilderte. Nachdem ich mich informieren wollte, wie teuer der ganze Spaß wird, meinte er: „Na ja, so 250€.“

Ich muss dazu sagen, ich war schon ziemlich hysterisch, als ich mein Zimmer nicht mehr selbstständig öffnen konnte, aber nach dieser Information brach ich in Tränen aus uns heulte dem Mann am Ende der Leitung die Ohren voll. Doch dieses emotionale Gefrierfach legte einfach auf.

Um mich als Frau nicht von den vermeintlich technisch überlegenderen Männern über das Ohr hauen zu lassen, ging ich zu meinem Nachbarn, der Zahnarzt ist, und wollte nur fragen, ob er sich das nach Dienstschluss mal ansehen kann. Ich bekam eine positive Rückmeldung und seine Assistentin stellte seinen Werkzeugkoffer schon mal parat. Auf was für Ideen ich im Stress komme, kaum zu glauben. Retrospektiv betrachtet völlig daneben.

Nun gut, der Zahnarzt kam nicht, aber ich rief fleißig bei diversen Schlüsseldiensten an, unter anderem auch wieder bei dem Gefrierfach, bis sich endlich eine ortsansässige Schlüsseldienstfirma meldete, die mir einen Preis von 65€ (ein bisschen weniger als 1/4 des anderen Angebots) prognostizierte. Im schlimmsten Falle müsse das gesamte Schloss ausgewechselt werden, was ca. 15€ -20€ mehr je nach Material bedeuten würde. Ich war zuversichtlich und konsultierte die Firma.

Doch nach einer halben Stunde, wie eigentlich vorher angekündigt, war kein Schlüsseldienst zu sehen. Tiefenentspannt wartete ich mit meiner Mitbewohnerin, die aus lauter Solidarität auch nicht in ihr Zimmer ging, auf dem Flur.

Eine Stunde nach dem Telefonat kam dann ein wirklich netter, junger Bursche und breitete seine Arbeitsutensilien aus. Auch seine Versuche, mit der Zange dieses Biest zu entfernen, schlugen fehl. Es musste etwas anderes helfen, so zum Beispiel ein Schraubenzieher in Verbindung mit einem Hammer. Die Tür ist zum Glück aus Holz, das nun zum Teil auf dem Boden vor der Tür liegt.

Also der Techniker hatte es nicht einfach. Es hätte auch sehr gut ein Fernsehtest sein können, denn das Problem war wirklich sehr speziell. Doch nach einer halben Stunde war das Ding draußen und meine Zimmertür auf. Ich schnappte mein Portemonnaie und lief so schnell ich konnte zur Sparkasse, um dem Mann sein wohlverdienstes Geld zu geben. Es blieb bei den vereinbarten 65€. Als Zeichen meiner Dankbarkeit legte ich noch 5€ drauf und der Mann ging wieder. Schade eigentlich, denn der sah wirklich ziemlich nett aus.

Nun ja, aus meinem Glückstag wurde ein Tag, der nicht so rund lief wie andere und statt mich mit einem netten, attraktiven Mann im Bett zu wälzen, werde ich mich gleich mit einer Wärmflasche und Regelschmerzen in die Bettdecke mummeln, um mich von dem anstrengenden Tag zu erholen.

Also wer vor Einbrüchen sicher sein will, sollte sich unbedingt ein Steckschloss besorgen, denn selbst mit ausgepfeilten Fachkenntnissen dauert es mindestens eine halbe Stunde, dieses Biest so zu entfernen, dass man mit einem Dietrich die Tür öffnen kann. So lange kann kein Einbrecher wirklich warten.

Und wer mir diese skurrile Geschichte nicht glaubt, kann sich die Beweisfotos ansehen.

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4 thoughts on “Close the door oder open my door to me?

    • Alles wieder gut. Der Kobold wurde mir vom Baumarkt erstattet. Dann habe ich gestern noch ein paar mal mit der offenen Küchentür geübt und es funktioniert wunderbar. Ich denke, das andere hatte eine blöde Sollbruchstelle.

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