Auf der Reeperbahn nachts um halb eins…

ob du ein Mädel hast oder Karlheinz…

Ja, dieses Wochenende war ja lang. Am Samstag kam ich auf die glorreiche Idee, meinen Geburtstag mit Freunden auf der Reeperbahn zu feiern. Es war total geil. Zuerst schlenderten wir in die Läden und unter anderem besuchten wir dann noch einen Sex-Shop. Also was es da für Vibratoren und andere Einführungsgegenstände gab, kann ich jetzt gar nicht in Worte fassen. Einer war so groß, da tat mir schon vom Hingucken alles weh.

Das Highlight war die Karaoke-Bar, das war total witzig. Natürlich machten  die meisten von uns auch mit und es war total lustig. Alles in allem hatten wir Spaß und hatten sogar eine Stunde länger Zeit, Party zu machen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Herbertstraße, da dürfen normalerweise keine Frauen hin, aber Kiki und ich trauten uns, mit den Jungs diese Straße zu passieren. Ich habe mir dann schon mal in vorauseilendem Gehorsam meine Kapuze übergezogen und tatsächlich, Kiki und ich waren beide etwas nass geworden – aber witzig wars. Hubi stand dem ganzen Abend die Geilheit ins Gesicht geschrieben und für ihn war die Herbertstraße höchstwahrscheinlich der erste Höhepunkt in seinem Leben.

Das Ende – zumindest für den größten Teil der Gruppe – war die Kneipe auf dem Hans-Albers-Platz. Die anderen wollten dort nicht mehr länger bleiben und nach Hause – ich ließ sie ziehen und sagte, dass ich auch im Hotel schlafen könne – was einem alles so im besoffenen Kopf für dumme Dinge einfallen. Ich, als naive Dorfpomeranze, habe doch allen Ernstes geglaubt, die Hamburger Hotels hätten darauf gewartet, dass ich zu ihnen komme und ihre Betten fülle.

Es war natürlich alles belegt – ganz St. Pauli war ausgebucht!!  Als ich so von Hotel zu Hotel schlenderte, fühlte ich mich ein bisschen so wie Maria und Josef, nur ohne Josef und ohne Jesus. Obwohl ich Jesus hier schon ganz gut als Beistand hätte gebrauchen können. Also kam ich auf die noch doofere Idee, bei Alex zu pennen. Das war der Hamburger, mit dem ich mich Ende August schon mal traf.

Eigentlich eine ziemlich gute Wohngegend, in die er mich führte, aber der Typ hat keine Ahnung, wie man sich von dem hartverdienten Geld eine passable Wohnung zu legt. Bei ihm ist die Wohngegend wichtiger als die Größe, weshalb sein Zimmer ziemlich zugemüllt aussah. Nachdem ich kurz im Bett lag und ich eh schon nach Qualm aus der Kneipe stank, entschied ich mich, dieses Etablissement zu verlassen und doch noch mal ein Hotel zu suchen. Aufgrund meiner eintretenden Müdigkeit – nachts um 4 – war ich dementsprechend gereizt und heulte erstmal.

Alex kam noch mit – freiwillig – enttäuscht und traurig. Da er eine Profikarte hatte, brauchte ich für das U-Bahn-Ticket nichts zu bezahlen.

Dann ging er mir so richtig auf den Sack – ich übellaunig, müde und genervt und er versuchte dann einen auf cool und lustig zu machen, bis ich ihm schließlich sagte, dass er mich jetzt nicht nerven soll und was macht der? Der lässt mich nachts um 4 allein in der U-Bahn ohne Ticket sitzen und geht. Ich bin ja nur froh, dass ich nicht als Schwarzfahrerin endete. Der U-Bahnbedienstete, dem ich die Situation schilderte, sagte, ich solle einfach wieder in die Bahn einsteigen. Das tat ich dann auch.

Am Hauptbahnhof um 04:30h angekommen, dachte ich, vielleicht haben ja die Hotels am Bahnhof noch ein Zimmer frei – aber auch hier: Fehlanzeige. Zum Glück war ein Hotel so nett und ließ mich bis um 05:30h in der Lobby warten, so dass ich nicht eine Stunde in der kalten Bahnhofshalle warten musste. Dort schlief ich auch ein wenig, konnte zur Toilette gehen und war einigermaßen im Warmen.

Dann ging ich irgendwann so vor 06h zum Bahnhof, trank noch einen warmen Tee, kaufte mir ein Ticket und genoss die selige Ruhe des Hamburger Hauptbahnhofes um 05: 45h. Es war kaum etwas los, keine Hektik, kein Gerempel und freie Wege zum Gehen – herrlich.

Um 06:50h am Bahnhof meiner Heimatstadt angekommen, fuhr ich mit dem Bus Richtung Wohnung und die letzten Meter ging ich zu Fuß, es war ja schon wieder hell, so dass ich den Heimweg mit frischer Morgensonne und -luft genießen konnte.

Um 07:20 lag ich dann endlich im Bett und schlief bis in die Puppen – nur ohne Puppen.

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