Exanimus versus exitus letalis

[Fortsetzung des Grammatik-Krimis: Mord im Hauptsatz]

Der Akkusativ hat in der letzten Serie alle anderen drei Fälle erfolgreich umgebracht und geht nun als einiziger Überlebender aus diesem Falle heraus.

Doch die Fälle waren erst der Anfang.

Es geht weiter: Nun soll der Tod dran glauben. An was er glauben soll, ist noch nicht gewiss.

Sein Plan: tod gegen tot auszuspielen. Er will sie nicht nur töten, sondern dazu bringen, sich gegenseitig ad absurdum zu führen. Der Tod soll tot sein.

Der Tod bekommt statt des Totschlags den Todschlag, er wird nicht totgetreten, sondern todgetreten.

Die Regel, tot im Sinne von leblos zu verwenden, gilt nicht mehr. Tod ist nicht mehr ein Synonym für Sterben. So wird aus todmüde – totmüde.

Totenblass und todblass kämpfen gegeneinander als ginge es um ihr Leben.

Totgesagte leben nicht mehr länger, sondern leben als Todgesagte weiter.

Nirgendwo herrscht Totenstille, sondern es ist überall ist es totstill, statt todstill.

Verben werden mit tod… gebildet. Sie lachen sich nicht mehr tot, sondern tod, sie werden alles todschweigen und nicht preisgeben, wer sie getödet hat. Alle sind totmüde statt todmüde und wollen nur noch schlafen.

Am Ende des Lebens werden alle totunglück, totkrank und todenblass sein. Es kann nur einen tötlichen Ausgang geben. Aus leblos wurde maustod und aus dem Mäusetod wurde der Mäusetot. Am Ende des Lebens steht nicht mehr wie bisher der Tod, sondern der Tot.

Diese Grammatik und Rechtschreibung, welche von Konrad Duden, Wilhelm von Humboldt und den Gebrüder Grimm initiiert wurde, war von Anfang an dem Tod oder dem Tot geweiht. Es war ein guter Rat oder Rad von Konrad die deutsche oder die teutsche Sprache zu vereinheitlichen, um wirklich das zum Ausdruck zu bringen, was man unmissverständlich will.

Auch die Gebrüder Grimm wollten mit ihrer Arbeit an der deutschen Grammatik keine Märchen erzählen, sondern Struktur in die deutsche Sprache bringen.

Diese Struktur ist nun dahin, der Tot ist tod.

[Verwechslung von „…tod“ und „…tot“ gewollt ]

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